Der Englische Garten und der Theater in Balatonfüred, 1790-1935 PDF Nyomtatás E-mail
Írta: liki   
2012. január 01. vasárnap, 08:04

 

Zusammenfassung

 

Bei der Vorbereitung der am Rathaus in Balatonfüred eingereichten Bewerbung um die Erneuerung des „Kleinwaldes“ (Kiserdő) musste man beweisen, dass er ein historischer Garten ist. Der mit der Anfer­ti­gung der Studie beauftragte Verfasser konnte die Geschichte des Eng­lischen Gartens (Angolkert) – am südlichen Teil des Kleinwaldes – bis 1790, die Geschichte von Fenyves – am nördlichen Teil desselben – bis 1877 zurückverfolgen. Der Englische Garten verdankt seine Gründung der Tatsache, dass das zur Tihanyer Abtei gehörende Bad in Balaton­füred im Jahre 1786 in die Obhut der königlichen Kammer gelangte, deren Amtsträger – Baron Johann von Schilson und Mátyás Lechner – zum ersten Mal in der Geschichte des Bades es auf ein europäisches Niveau zu erheben versuchten. Da der Park und das Theater in den größeren Bädern der Monarchie zur Unterhaltung und zum Zeitvertreib der Gäste dienten, hat der Verfasser versucht, die Baugeschichte des Englischen Gartens und der Theater in Balatonfüred als Teil eines inter­nationalen Entwicklungsprozesses zu sehen.

Bei der Erforschung des Englischen Gartens hat sich herausgestellt, dass er auch besondere Funktion erfüllte, da das erste Theater, die sog. Schaubühne (Játékszín) am Rande des Englischen Gartens, während das Sommertheater (die Arena) in seiner Mitte errichtet wurde. Die For­schung in mehreren Archiven hat wertvolle Quellen erschlossen. Den Berichten von Badehauptärzten zufolge lief die Baugeschichte der Theater in Balatonfüred anders als bisher vermutet. Im Archiv des Ko­mitats Zala kamen die als verschollen geltenden Dokumente der Bau­geschichte des Steintheaters ans Tagelicht, die von den Autoren der bisherigen Studien und Monographien nicht berücksichtigt werden konnten. Auf dieser Grundlage konnte der Verfasser des vorliegenden Buches die Baugeschichte zwischen 1831-1835 ausführlich beschreiben; zu seinen besonderen wertvollen Archivquellen gehörten die schrift­li­chen Berichte von Sándor Kisfaludy, dem Hauptgouverneur des Thea­ters, und dem Postmeister József Fülöp, der einst den Bau überwachte. Von gleichem Wert ist die „Privatmeinung“ des Hauptrichters Lajos Varga, die er seinem Bericht ans Komitatsoberhaupt im Jahre 1852 beifügte. In diesem Bericht fasste Varga die beim Bau des Steintheaters begangenen Fehler, die Gründe der Unbrauchbarkeit, die Notwen­dig­keit des Umbaus und dessen mögliche finanzielle Quellen zusammen.

Nach dem Bericht des Badehauptarztes von 1841 hat Sándor Kisfa­ludy den Aufbau des zweiten Theaters, der Arena selbst vorge­schlagen, der noch im selben Jahr begonnen wurde. Im Jahre 1842 konnte man bereits Aufführungen in ihm halten, dennoch wurde 1846 sein Abriss beschlossen. Gleichzeitig machte man den Versuch, das Steintheater zu erretten, worauf man bis 1852, dem Besuch des Kaisers Franz Kaiser in Balatonfüred hoffen konnte. Nach dem Besuch des Kaisers wurde zwi­schen 1860–1870 das neue Sommertheater aufgebaut.

Außer der Baugeschichte klärt der Verfasser auch die Rolle des Hauptgouverneurs und Hauptdirektors Sándor Kisfaludy, des Leiters der in Balatonfüred spielenden Theatergruppen, sowie des Badedirek­tors László Écsy in der Geschichte des Theaters. Er verwendet die ungarischen und deutschen Finanzdokumente mehrfach. Er erschießt die Gründe für die Enttäuschung von Sándor Kisfaludy über den Bau des Theaters. Er zieht sozialgeschichtliche Konklusionen daraus, dass der von der Reformgeneration in Gang gesetzte Theaterbau selbst von den „Bach-Husaren“ – die nach der gescheiterten Revolution in Amt blieben – weitergeführt wurde. Gleichzeitig werden im vorliegenden Band auch bisher größtenteils unveröffentlichte Archivurkunden nicht zuletzt als Quellenausgaben publiziert.

Fordítás: V. Szabó László

Módosítás dátuma: 2012. február 07. kedd, 14:58